Winterpause – Nein danke

9 Jan
Der kleine Vinnie möchte ins Spieleland gebracht werden…

Pferdetraining im Winter

Bei vielen Islandpferdereitern ist es ja üblich den Pferden in der kalten Jahreszeit eine Pause zu geben. Dies tue ich ganz bewusst nicht. Ich habe im Winter nicht die Möglichkeit die Ponys auf eine große Wiese zu entlassen. Ganz im Gegenteil, sie müssen bei nassem Wetter immer mit viel weniger Platz auskommen, als im Sommer.

Da ist Abwechslung durch den Menschen meist sehr willkommen. Natürlich ist das Reiten im Winter anders als im Sommer gerade, wenn man kleine Fellmonster sein Eigen nennt. Denn natürlich  möchte ich nach dem Reiten nicht ein klatschnasses Pferd auf den Paddock stellen.  Im Winter ist dies natürlich etwa schwerer zu erreichen, weil die Pferde sehr sehr schnell schwitzen. Aber ich kann ja den Berg auch im Schritt hoch reiten und muss ihn nicht im Galopp hochhämmern. Obwohl meine Pferde dies oft anders sehen, denn auch sie finden die Gelegenheit es mal schneller gehen zu lassen, gerade bei knackig kalten Winterwetter gar nicht so verkehrt. 

Dressur reiten

ich verfüge über keine Halle und meine Reitbahn kann ich nach mehreren Tagen Regenwetter nicht nutzen. Aber gerade im Gelände finde ich- lässt sich sehr sehr gut an dem Feintuning arbeiten:

  • Spüre ich genau welches Hinterbein sich wie unter mir bewegt ?
  • Lasse ich die Bewegung durch mich durch fließen oder bleibt die Energie irgendwo stecken ?
  • Ist das Genick meines Pferdes locker ?
  • Kann ich es ohne Widerstände im Genick stellen ?
  • Wie sieht es mit der Biegung aus ?
  • Kommen die Paraden durch ?
  • Kann ich Volten nur anhand meiner Körperdrehung reiten

usw. usw. usw. die Liste ist beinahe endlos

Bodenarbeit

Naturgemäß arbeite ich mit meinem Pferden viel am Boden und wenn man wieder ein Sturmtief über uns hinweg fegt, üben wir auf der Stallgasse solche Dinge wie: Ruhiges Stehenbleiben (bei beiden Ponys nicht die Lieblingslektion); Medical-Training oder das Lieblingsprogramm der Ponys kleine Tricks, wie Flehmen, Bussi, oder Apportieren…. – schaut doch mal auf meine Homepage www.sabine-van-waasen.de – da gibt es einige Ideen für Stubenhocker…. 🙂

Bücher

Mein momentanes Lieblingsbuch: Klassisches Reiten auf Grundlage der Biomechanik von Dr. Thomas Ritter

Trotzdem ist das Training im Winter natürlich viel reduzierter als im Sommer. Die Zeit gerade jetzt von Weihnachten ist knapp und jeden Tag wird es früher dunkel. Das Wetter ist oft gruselig und so nehme ich mir auch schon die Freiheit mich lieber mit einem Buch auf die Couch, statt auf´s Pferd zu setzen. 

Der Weg zum guten Reiten von Silke Hembes ist mein täglicher Begleiter . in dem ich immer wieder nachlese.

Meine momentanen Lieblingsbücher sind Klassisches Reiten auf Grundlage der Biomechanik von Dr. Thomas Ritter, da gibt es so viele neue Anregungen und Denkanstösse. Das andere Buch in dem ich immer wieder auf Antworten nach meinen täglichen Fragen rund ums Reiten“ suche, ist „Der Weg zum guten Reiten“ von Silke Hembes. Hier gibt es so viele Idee und Ansätze, das einem auch beim 30igsten Schrittausritt nicht langweilig wird, weil man immer wieder etwas zum Ausprobieren und nachspüren findet.

Ausrüstung

Ja, im Alter werde ich immer pimpiger, kälteempfindlicher! Da bin ich doch sehr froh, das die Outdoor-Bekleidungsindustrie boomt und man heute sich sehr warm und kuschelig einpacken kann. Zwar konnte ich mich immer noch nicht dazu entschließen, mich in einem Reitoverall einzuschließen. Aber ich finde Softshell-Reithose und Fleecepullover plus Hightec-Skijacke sind sehr segensreiche Erfindungen und mein Softshell-Reitrock mit Fleecefütterung ist an kalten Tagen wirklich ein Geschenk des Himmels. 

Für mich ein weiteres Highlight der Schlauchschal mit Fleece, da kann man den Stoffteil so wunderbar unter der Reitkappe tragen (okay man sieht dann aus als wenn man zu einer Antarktis-Expedition aufbrechen möchte) aber die Ohren und die Wangen sind vor Kälte und Wind geschützt. Dafür opfere ich auch schon mal meine Eitelkeit. 

Von der warmen Unterwäsche will ich jetzt gar nicht erst reden. 🙂

Winter-Reithandschuhe von der Firma Röckl.
Meine Lieblingshandschuhe! Leider haben sie nur eine Saison gehalten. Die Gummierung hat sich verabschiedet und die Zügel rutschen durch die Finger. Ärgerlich !!!

Ein weiteres wichtiges Puzzleteil zum sinnvollen Beschäftigen mit dem Pferden in der kalten Jahreszeit sind natürlich die Handschuhe. Aber in diesem Winter wurde ich sehr enttäuscht. An meinen super weichen , braunen, warmen Handschuhen hatte die Gummierung sich gelöst und so flutschten die Zügel nur so durch meine Hände. Also habe ich mir selbst zu Weihnachten, ganz wunderbare Winterhandschuhe gekauft. Die komplett aus Kunstleder sind. Zwar sollen sie waschbar sein, ich bin mir aber noch nicht sicher ob ich die Probe auf´s Exempel machen möchte, bzw. sie im Regen ausführen möchte. Der erste Ritt bei trockenen, kalten Wetter war auf jeden Fall genial super tolles Reitgefühl und super warme Hände. Ach, ja Reiten im Winter ist gar nicht so schlimm ….:-)

Winter-Reithandschuhe von der Firma Roeckl.
Meine neuen Winter-Reithandschuhe, wieder von der Firma Roeckl. Diesmal habe ich mich für gefütterte Kunstleder-Handschuhe entschieden. Bei den ersten beiden Test waren die Finger schön warm.

Ach, wo ich gerade beim Thema bin: Ich suche immer noch warme Schuhe, die sich gleichermassen für die Stallarbeit, wie auch für das Reiten eignen. So richtig fündig bin ich da bisher noch nicht geworden. Meine Aigle Stiefel sind für den matschigen regenüberfluteten Paddock perfekt. Aber zum Reiten nun ja und meine Reitschuhe lassen in Sachen – meine Füsse sollen trocken bleiben – doch noch Wünsche offen. Also wenn Ihr einen guten Tipp habt, schreibt es gerne in die Kommentare.

So nun mache ich mich aber auf zum Stall bei 3 Grad und Regen….. 

Das ist genau das Wetter, bei dem ich überlege, ob das Halten eines Hamsters nicht doch eine schöne Alternative wäre 🙂

 Um bei dem Shitwetter nicht den Sinn des Unterfangens aus den Augen zu verlieren. Habe ich mal meine kurz-, mittel- und langfristigen Ziele für die beiden Ponys aufgeschrieben. Schließlich wollen wir auch im nächsten Jahr, das eine oder andere Turnier unsicher machen. :

Ziele formulieren

Ein neues Jahr ist natürlich auch immer eine Möglichkeit, etwas anders zu machen. Mal einen Trainingsplan zu schreiben oder Ziele zu formulieren, die man in neuem Jahr anstreben möchte. 

Vinnie

Vinnie in Action

Kurzfristige Ziele 

Wie schreib ich es am besten 🙂 Vinnie hat wirklich ganz viele ganz tolle Eigenschaften, aber Sensiblität ist, jetzt nicht unbedingt seine stärkste Seite. Gerade sein Vorwärts zündet er manchmal nur sehr zeitverzögert und manchmal eben auch gar nicht. Also ist die Aufgabenstellung für die nahe Zukunft, Schenkel am Pony, heißt auch wirklich vorwärts. Ebenso die Paraden, da kann er sehr fein auf Gewichtshilfen reagieren, er kann sie aber ebenso gut auch igorieren, wenn etwas anderes seine Aufmerksamkeit fesselt. 

Mittelfristige Ziele  

  • Da Vinnie, etwa unflexibel in der Schulter ist – üben wir Seitengänge frei und an der Hand.
  • Pferde-Trick : Beine kreuzen 
  • Die Gangtrennung noch weiter ausarbeiten. Gerade hat er den Galopp für sich entdeckt und baut ihn auch gerne mal in den Tölt ein 🙂 Dafür wird aber der Trab stabiler. 
  • Paraden aus dem Sitz reiten können
  • Sitzhilfen allgemein verbessern 

Langfristige Ziele 

  • Einen leichten Working Equitation Trail mit feinen Hilfen reiten können. 

Ljosfari 

Spanischer Schritt

Kurzfristige Ziele 

  • Tragkraft linkes Hinterbein verbessern 
  • Das Genick flexibler machen.
  • Beim Zirkustrick „Nein“-Sagen das Kommando umstellen
  • Spanischen Schritt verbessern.  

Mittelfristige Ziele 

  • Paraden verbessern 
  • Bessere Übergänge Schritt /Tölt / Halt
  • Die Seitengänge verbessern – besonders Vor- und Hinterhandwendungen in Bewegung

Langfristige Ziele  

  • Working Equitation Trail in der mittleren Klasse. 

Links:

Tipps für die ganz harten Wintertage gibt es beim Traberblog 🙂

Ruth vom Team Shetty-Sport hat sich auch schon mal mit den Winterfreuden beschäftigt und sie hat viele lustige Ideen.

Ich will auch mal Hallenkoller haben! Die Frau von Pfridolin Pferd hat es gut!!!

Ein wunderbarer Artikel von Karolin Kardel vom Blog 360°Grad Pferd, wie man auch als Offenstaller ohne Gefrierbrand überlebt. 🙂

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